Köln und GüterSlow

Das vergangene Wochenende 30. April und 1. Mai drehte sich bei mir vollständig ums Cubing. 120% Zauberwürfel. 2 anstrengende, aber sehr schöne Tage. Ich fasse mal zusammen:

Zauberwürfel-Anfängerworkshop in Köln

Zunächst ging es am Samstag vormittag (10 bis 13 Uhr) los mit dem Workshop Zauberwürfel für Anfänger, den ich (wenn die Seuche es erlaubt) viermal im Jahr in der Stadtbibliothek Köln ausrichte. Mit 12 Anmeldungen war der Workshop wieder ausgebucht. Leider sind nicht alle gekommen. Einer konnte schon cuben mit CFOP, dem konnte ich nicht wirklich was Neues beibringen. Aber ein paar weitere Leute können nun den Cube lösen und gehören damit zu den elitären 3% der Menschheit. 🙂

Meine Lebensgefährtin Doro hatte ausnahmsweise mal arbeitsfrei am Samstag, und so hat sie mir diesmal assistiert. So konnte sie sich mal selbst einen Eindruck verschaffen. Zauberwürfeln ist zwar nicht ihr Hobby, aber sie kann den Cube lösen (mit der Freshcuber-Anfängermethode) und so war sie geradezu prädestiniert dafür, als meine Assistentin die Teilnehmer des Kurses zu unterstützen.

Eis-Würfel-Treffen

Anschließend ab ca. 13:15 Uhr gab es wieder unser obligatorisches Cubing-Treffen in benachbarten Eiscafé. Ich hab diesmal vergessen zu zählen, aber so gut 15 Leute werden wir gewesen sein. Eine nette Mischung von ca. 10 bis 55 Jahren. Am weitesten angereist waren Christina und Marie, die über 300 Kilometer zurückgelegt hatten, um mit uns zu cuben (und um die Bahnhofskapelle zu sehen, die die Kölner Dom nennen). 🙂

Beim Treffen habe ich auch Kathi wiedergetroffen, die mich bei meiner 🔸Autopannen-Competition wiedergetroffen hatte. Es war schon ausgemacht, dass wir am nächsten Tag gemeinsam mit Simon, einem Freund von ihr, nach Gütersloh fahren würden. Simon war auch dabei, und so habe ich ihn schonmal kennengelernt. Recht spontan kam auch Henri zum Treffen, und im Gespräch ergab sich, dass er gerne ab Köln auch mit zur Competition fahren würde. So vereinbarten wir für 6:30 am Sonntagmorgen einen Treffpunkt nahe einer Autobahnabfahrt an unserer Route, und ab dort fuhren wir zu viert nach Gütersloh. Aber damit sind wir schon am Sonntag:

German Mini Open B 2022 in Gütersloh

Mit Kathi und Simon habe ich mich um 6 Uhr am Carsharing-Standort in Bonn getroffen, denn Kia und ich gehen/fahren seit letztem Jahr getrennte Wege und ich lebe quasi autofrei. So hatten wir einen nagelneuen Ford Focus Kombi für unsere Fahrt. Genug Platz für zwei meist schlafende Studenten und eine Studentin, die von hinten sorgsam beobachtet hat, dass der dritte Mann an Bord nicht auch noch einschläft. 😉

Abgesehen von einer Vollsperrung der A1 verlief die Fahrt gut, und so standen wir pünktlich um 8:30 in der Cuber-Schlange vor dem Eingang. ◽Rubik’s Snake, sozusagen. 😂 Es wurden alle 3G-Nachweise geprüft, man bekam ein Bändchen für das Handgelenk und schon konnte man sich frei auf dem Gelände bewegen. Außerdem durfte man sich einen 3×3 oder 2×2 aussuchen, die Gan für die Teilnehmer gesponsort hatte. So besitze ich nun einen (bei mir völlig unterforderten) Premium Speedcube Gan 11 M Pro, für den ich bei ZiiCube über 40 Euro bezahlen müsste.

Coronabedingt galt weiter Maskenpflicht, und die Competition war wieder mit fest zugeteilten Timer-Plätzen und Judges an jedem Platz organisiert. Das Runner-System, das seit Corona auch in Deutschland praktiziert wird, ist deutlich entspannter. Keine Waiting-Area, keine unverständlich geflüsterten Namen. Es sind in jeder Gruppe 3 Runner eingeteilt, und auf den Score-Sheets steht die Timer-Nummer von 1 bis 16. Teilnehmer und Judge bleiben einfach auf ihren Stühlen, bis die 2, 3 oder 5 Solves gemacht sind. An der Längsseite jedes Tisches sitzen zwei Teilnehmer dieser Gruppe; daneben an der Stirnseite jeweils ihr Judge. So hat man auch die Möglichkeit, zwischen den Solves mit seinem Judge auch mal ein paar Worte zu wechseln. Ich hoffe, es bleibt so, auch wenn irgendwann die Pandemie mal vorbei ist.

Nach dem Anfänger-Tutorial, bei dem auch die coronabedingten Sonderregeln erklärt wurden, ging es dann gleich los mit der Königsdisziplin, dem 3×3-Zauberwürfel, auch Rubik’s Cube genannt. Und da habe ich die ersten drei Solves voll versemmelt. Die zu kurze Nachtruhe mit anschließender langer Autofahrt steckten mir doch arg in den Knochen. Eine 34 zu Anfang war etwa 10 Sekunden über dem Erhofften. Auch die 30 Sekunden bei Solve 2 sind „etwas“ zu lang, wenn man endlich mal nen Sub25 Average und ne Sub20 Single haben möchte.

Bei Solve 3 habe ich dann den falschen Perm „erkannt“ und ausgeführt. Als der Würfel auf der Matte lag und der Timer gestoppt war, war der Cube einen ganzen L-Perm von der Lösung entfernt. Hätte ich diesen noch vor dem Stoppen des Timers ausgeführt, wäre es aber auch ein Solve über 30 Sekunden geworden.

Also die ersten 3 Solves komplett verhauen. Und das, wo sie doch vom Weltmeister höchstpersönlich gescrambelt worden waren. Das Kürzel PW in der ersten Spalte war ◽Philipp Weyer, der amtierende Weltmeister seit der ◽WCA World Championship 2019 in Australien. Tja, die Weltmeister-Scrambels und die mikroskopischen Spuren von Sub7-DNA an meinem Cube haben leider nix genützt. Drei mal lost; vielleicht sollte ich mich doch erst einmal ein Stündchen ins Auto legen und pennen. Naja, immerhin waren Solve 4 und 5 beide für meine Verhältnisse ganz okay.

Aber das ging natürlich nicht, denn dann würde ich 3×3-Einhändig und Blindfolded verpassen. One-Handed lief dann auch ganz okay. Ich erreichte Platz 28 mit einem Average von 38.86 und einer Single von 34.67 Sekunden. Und da 32 Personen nachmittags in die zweite Runde (genannt „Finale“) kommen würden, war ich dafür dann auch qualifiziert. Im One-Handed Finale habe ich beide Zeiten nochmal leicht verbessert (37.94 Average und 33.00 Single), aber für ne neue PB hat es nicht gereicht.

Nach Einhändig kam Blindfolded, und es war nach der 🔸Rhein-Neckar Open 2021 mein zweiter offizieller Versuch. Während ich im Oktober den Cube fast gelöst hatte (trotzdem DNF), erwartete mich diesmal beim Anheben der Blindfold pures Chaos auf dem Würfel. Etwa zwei Drittel der Ecken waren korrekt gelöst, der Rest war Durcheinander. Vermutlich habe ich irgendwo einen Setup Move verhauen – oder vergessen, ihn zurückzunehmen. Das Memo ging eigentlich ganz gut für meine Verhältnisse. Naja, in 2 Wochen gibt es den nächsten Versuch, und bis dahin übe ich noch weiter.

Nächstes Event – und das letzte vor der Mittagspause – war 5x5x5. Das Zeitlimit von 5 Minuten ist schon lange kein Problem mehr für mich: Meist bin ich bei 5×5 so zwischen 2:40 und 3:10 Minuten.

Das CutOff betrug jedoch 2:30, und so hatte ich keine Hoffnung, alle 5 Solves machen zu können. Man hat 2 Versuche, um das CutOff zu schaffen, sonst ist nach Versuch 2 Schluss. Bisher habe ich das CutOff noch nie geschafft, und daher noch keinen offiziellen 5×5-Average. Und unter 2:30 schaffe ich so gut wie nie. Mein Ziel war eigentlich nur, eine Single von unter 3 Minuten zu schaffen, oder vielleicht im besten Fall meine PB von bisher 2:38 noch 1 oder 2 Sekunden verbessern zu können.

Der erste Solve war mit 2:58 auch knapp unter dem erhofften Sub3 Minuten. Doch dann geschah das Wunder: Der zweite Solve war 2:28.93. Nicht nur eine neue Single-PB mit einer Verbesserung von fast 10 Sekunden, sondern außerdem das CutOff geschafft.

Und so nehme ich als größten persönlichen Erfolg von dieser Competition ◽meinen ersten offiziellen 5×5-Average mit nach Hause. Mit 2:56.01 ist dieser sogar unter 3 Minuten. Freufreufreu… 🙂

Nach der Mittagspause stand dann 4×4 auf dem Programm. Dabei konnte ich meinen bisherigen Average um 11 hundertstel Sekunden verbessern auf nun 1:25.99. Nicht viel, aber trotzdem neue PB. Und es hat gereicht, um mich auch für das 4×4-Finale zu qualifizieren. Dort habe ich dann später zwar mit 1:16.48 eine bessere Single-Zeit erreicht als in der ersten Runde, aber für eine neue PB hat dies nicht gereicht.

Zunächst gab es nach 4×4 aber für mich eine etwas längere Pause, die ich natürlich zwischendurch auch gerne mit Judgen anderer Teilnehmer verbracht habe, denn es lief ja die zweite Runde 3×3, das 3×3-Blind-Finale, sowie das 5×5-Finale – wenn auch alles ohne mich als Teilnehmer. Scrambler und Runner waren zwar fest eingeteilt, aber bei jeder Runde mussten die 16 Plätze für Judges mit (mehr oder weniger) Freiwilligen besetzt werden.

Gegen 16 Uhr ging es dann für mich ins OneHanded-Finale und gleich anschließend ins 4×4-Finale. Wie die beiden Runden für mich liefen, habe ich oben ja schon beschrieben.

Als letzten Wettbewerb gab es dann noch das 3×3-Finale. Etliche Zuschauer fanden sich vor den Stationen 1 und 2 ein, wo Philipp Weyer und Henri Gerber den Interessierten diverse Solves im 6-9-Sekunden-Bereich kredenzten. 😌 Immerhin kann ich inzwischen bei dem Tempo erkennen, welche Farbe oben ist. Und daraus Rückschlüsse ziehen, mit welcher Farbe sie wohl das Cross gemacht haben. Ansonsten erkenne ich bei dem Tempo aber quasi nichts.

Hier noch ein paar Fotos von der Siegerehrung:

Nach dem Finale gab es außerdem noch eine Puzzle-Verlosung von Ravensburger, die wohl derzeit den Deutschland-Vertrieb von Rubik’s übernommen haben. Als ich hörte „Verlosung von Puzzles von Ravensburger“ hatte ich zunächst die Sorge, es könnten tatsächlich Ravensburger-Legepuzzle gemeint sein, so mit 15 oder 15.000 Teilen. Aber nein, es waren tatsächlich Drehpuzzle, also Rubik’s Cubes. Auch die morgens noch übriggebliebenen Gan Cubes wurden noch verlost. So gab es für jeden einen Gewinn.

Mein Name wurde ziemlich früh gezogen, und so hatte ich noch die Auswahl unter allen Preisen. Weil ich vermutete, dass die meisten Cuber eher auf einen Speedcube hofften, suchte ich mir was Anderes aus, denn schnelle 3×3 und 2×2 habe ich eigentlich genug. Und so bin ich mit 2 neuen Cubes nach Hause gekommen: Dem Top-Speedcube Gan 11 M Pro von morgens, sowie dem eher als Deko geeigneten Rubik’s Crystal, den es in meiner Sammlung bisher noch nicht gibt – im Gegensatz z.B. zum Rubik’s Metallic, den ich mir auch hätte aussuchen können.

Die Rückfahrt im Carsharing-Kombi verlief problemlos und unterhaltsam. Ich habe jetzt den Beinamen „Studentenkutscher“. 😁 Okay, wenn ich die Straßenbahnlinie 9 in Köln fahre, passt der auch. Aber da kenne ich die Studenten nicht mit Namen. Außer Kathi, Simon und Henri, die mich ja schon auf der Hinfahrt begleitet hatten, fuhr zurück auch noch Janek mit, der sich über die Möglichkeit freute, schneller und bequemer zurück nach Bonn zu gelangen als mit diversen Regionalbahnen.

Und so ging ein tolles, wenn auch recht anstrengendes Wochenende zu Ende. Ich hoffe, mein persönlicher Rückblick auf den Workshop und das Cubing-Treffen am Samstag, sowie die Competition am Sonntag hat Euch gefallen. Falls Ihr Eure Cubing-Erlebnisse auch niederschreiben möchtet: Der 🔹Cubingfreunde-Blog sucht noch immer Autoren. Ihr könnt das mit dem Tippen aber auch zunächst einmal hier im Kommentarbereich üben. 😊

6 Gedanken zu “Köln und GüterSlow

  1. Pingback: Zauberwürfel-Workshop und Cubing-Treffen am 18. Juni 2022 in Köln | freshcuber.wordpress.com

  2. Pingback: Freshcuber-Podcast, Folge 37 | freshcuber.wordpress.com

  3. Pingback: Achim, was hast Du mir angetan? | freshcuber.wordpress.com

  4. Pingback: MaiComp-Mitbringsel – cubingfreunde.wordpress.com

  5. Pingback: Mein Weg zur Erblindung | freshcuber.wordpress.com

  6. Pingback: Meine Checkerboard Cubes – cubingfreunde.wordpress.com

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