Meine Missionsreise 2022 ins Allgäu

Nun bin ich zurück von meinem Besuch in Mindelheim/Allgäu. Eine Woche war ich dort, von Montag 4. Juli bis Montag 11. Juli 2022. Da es wieder sehr viel um Cubing ging, gibt es hier nun einen Reisebericht dieser „Missionsreise“ 😜 in Sachen Cubing.

Die Fotos von mir, wo beide Arme im Bild sind, hat wohl der Florian gemacht. Dankeschön dafür.

Übrigens: Dies ist nun der dritte Sommer, wo ich statt zu einer internationalen Competition nach Mindelheim zu Florian und seiner Familie gefahren bin. Für 2020 hatte ich Urlaub eingereicht, um an der Speedcubing-Europameisterschaft in Almere bei Amsterdam teilzunehmen. Corona hat diese EM abgesagt, aber private Besuche mit einer gewissen Vorsicht waren im Sommer 2020 zu verantworten. 2021 sollte es dann am gleichen Ort die Weltmeisterschaft geben. Auch dies hat Corona leider unmöglich gemacht, so dass ich wieder nach Mindelheim zu Flo&Co gefahren bin. Und für das Jahr 2022 ist wieder eine Europameisterschaft geplant, die genau jetzt in dieser Woche stattfindet. Allerdings ist mein Urlaub eine Woche früher bewilligt worden und lässt sich auch nicht verschieben. Mal sehen, ob dies eine Tradition bis zu meiner Rente wird. Internationale Competitions und Krankheiten haben sich gegen mich verschworen und „zwingen“ mich jährlich ins Allgäu. 😁

Montag: Anreise

Anreise mit der Doitschen Bundesbahn 😁 da ich ja kein Auto mehr habe. Ja, es gibt noch immer Leute, die Bundesbahn sagen. Ist ja erst seit 1994 vorbei. Hinfahrt von Bonn nach Ulm mit dem InterCity. Dann RE nach Memmingen. Und von Memmingen dann noch ein RE nach Mindelheim. Da zwei Regionalbahnen betroffen waren, und im Moment ja das 9-Euro-Ticket die 2. Klasse der Nahverkehrszüge überfüllt, habe ich mir den Luxus eines 1. Klasse Sparpreis-Tickets gegönnt, denn ich hatte einen schweren und sperrigen Koffer dabei, halb voll mit Cubes natürlich. 😌

Angeblich ist bei 1. Klasse auch die Sitzplatzreservierung mit dabei, aber das war nix. Bei Buchung ging das für die Hinfahrt nicht, und später hab ich beim Nachbuchen 5,90 dafür bezahlt. Dafür hatte ich auf der Rückfahrt eine kostenlose Reservierung für einen Wagen, den es gar nicht gab. Naja…

Zurück zur Hinfahrt: Es gab etwa 30 Minuten Verspätung bis Ulm, so dass der Anschlusszug weg war. Also Ankunft 1 Stunde später in Mindelheim. Dafür schon in Ulm was gegessen.

Im Zug habe ich fast die gesamte ◽Weekly Competition gemacht (Woche 2022-26) – also die Wettbewerbe, die ich in fleißigen Wochen halt so mache. Nur Clock und 15-Puzzle hatte ich schon am Vortag zuhause gemacht, denn die klappern doch arg beim Lösen. Montag ist immer der letzte Tag für die Weekly, weil in der Nacht zu Dienstag die neue Wettbewerbswoche beginnt.

Meine Sitznachbarin hat es jedenfalls geschafft, eisern nur auf ihren Notebook-Bildschirm zu schauen. 5 Stunden lang pack ich da immer wieder neue und teils doch recht skurrile Drehpuzzle aus (wie den hier abgebildeten FTO), und sie hat kein einziges Mal erkennbar auf den Nachbartisch geschielt. Immerhin hat sie auch nicht gemeckert über das Geklapper.

Nach dem Einchecken im Hotel Kunstmühle habe ich dann natürlich meinen diesjährigen Antrittsbesuch bei Florian und Familie gemacht – es war ein fröhliches Wiedersehen nach einem Jahr.

Es war mein dritter Aufenthalt in diesem Hotel, da ich Florian und Co ja bereits 2020 und 2021 besucht habe. Diesmal war ich aber nicht im Neubau einquartiert, sondern tatsächlich in der schönen alten Wassermühle.

Aus Florians riesiger Cube-Sammlung hab ich mir dann leihweise einen Cube ausgesucht, den ich im Laufe der Woche im Hotel lösen wollte – siehe rechts. Aber schon nach dem abendlichen Hotelbier war er gelöst. Sowas aber auch. 😁

Dienstag: Weekly Mindelheim

Den Dienstag hab ich erst einmal ruhig angehen lassen. Bissl 🔸Sightseeing und Einkaufen im Ort, bissl Cubing für die neue Woche der Weekly Competition. Mit 🔸neuen Bestzeiten an der frischen Luft.

Als ich vor 2 Jahren das erste Mal in Mindelheim war, habe ich Florians Sohn ein wenig Zauberwürfeln beigebracht. Inzwischen sind aber die beiden Töchter auch alt genug, um es zu lernen – 9 und 7. Letztes Jahr hatten wir schon die ersten 2 Ebenen geübt, aber nun wollten sie auch die dritte Ebene lernen. Zwischendurch haben wir also immer wieder ein Stückchen weiter gemacht: Gelbes Kreuz erstellen (Fru-Ruf), gelbe Kanten tauschen (Sune), Ecken gelb drehen und Ecken tauschen. Alles wie in Teil 3 meiner Anleitung beschrieben, nur diesmal live und in Farbe. 😊 Ob es geklappt hat, könnt Ihr weiter unten lesen.

Mittwoch und Donnerstag: Cubing-Workshops in der Offenen Ganztagsschule

Damit mir nicht langweilig wird, hat Florian ein passendes Beschäftigungsprogramm organisiert: Ich könne doch am Mittwoch und Donnerstag nachmittag den interessierten Kids aus der Mittelschule den Zauberwürfel beibringen. Nachdem ich das ja vor Kurzem in einer vierten Klasse gemacht habe, nun also Jugendliche in der OGS-Nachmittagsbetreuung.

Insbesondere am Mittwoch hat das auch ziemlich gut geklappt. Viele haben sehr interessiert mitgemacht, und hatten offenbar auch Spaß daran, den Zauberwürfel zu lernen. Mal sehen, wie viele ich später mal auf WCA-Competitions wiedertreffen werde.

Meine Website hab ich jedenfalls noch nie so groß gesehen wie auf diesem rollbaren Riesen-Bildschirm. Wenn man mein Youtube-Video mit der Zauberwürfel-Anfängerlösung auf volle Größe klickt, sieht man den Roland im Maßstab 1:1. 😁

Am Mittwoch hatte ich aber noch einen anderen Termin, der nichts mit Zauberwürfeln zu tun hatte. Bei meinem dritten Besuch in Mindelheim hat es diesmal also (wenigstens für ein gutes Stündchen) geklappt, dass ich in das ◽Schwäbische Turmuhren-Museum gehen konnte, das Mittwochs öffnet. Seit ich vor 9 Jahren mal einen Vortrag über Turmuhren gehört habe, finde ich diese Teile sehr faszinierend.

Das Museum ist in einer ehemaligen Kirche untergebracht, und etliche der Uhrwerke werden auf den 9 Stockwerken des Turms präsentiert. Diese Turmuhren sind ein sehr schönes und interessantes Stück Technik(-Geschichte) und ich hoffe, deutlich mehr Zeit für das Museum zu haben, wenn ich mal wieder nach Mindelheim komme.

Freitag: Ottobeuren

Nach so viel OGS am Mittwoch und Donnerstag musste ich mich dann am Freitag erst einmal erholen. 🙂 Ein ruhiger Vormittag: Ein bisschen Cubing und Weekly Competition. Nachmittags dann Ausflug mit Florian und Familie nach Ottobeuren, wo wir die berühmte Basilika und die Eisdiele „besichtigt“ haben.

Abends waren wir dann noch gemeinsam essen im Außenbereich der „Kunstmühle“. Immerhin wissen die jetzt, dass es noch mehr Leute außer mir gibt, die an diesen verrückten Plastikdingern drehen. Hier in Mindelheim muss irgendwo ein Nest sein… 😁

Samstag: Bad Wörishofen

Am Samstag dann „Kneipptour“ 😉 nach Bad Wörishofen. Dort gibt es einen Barfußweg im Park. Nix für ungeübte 100kg-Touristen. Aber ich hab ziemlich lange durchgehalten und dies auch am nächsten Tag noch gut gespürt.

Danach haben wir noch Minigolf gespielt. Sogar ich hatte einen Hole-in-one. Das Siegerpodium habe ich nur ganz knapp verpasst: Platz 4!

…von 5. 😁

Ganz würfelfrei war unser Samstag allerdings auch nicht: Bevor wir gestartet sind, habe ich mit der siebenjährigen Anna noch ein bisschen Zauberwürfel geübt. Und dann hatte sie ihren ersten Success ganz ohne Hilfe. 🤩

Im Barfußpark sagte Florian dann auf einmal zu mir: „Schau mal, was der Junge da hinten für ein T-Shirt trägt.“ Es war ein Rubik’s Shirt. Als er samt Familie dann an uns vorbeikam, hab ich meinen Cube gezückt und zu ihm „Cooles Shirt“ gesagt. Schon waren wir im Thema. Florian hat ihm dann von unserem Cubing-Treffen erzählt, dass am nächsten Tag stattfindet. Und, soviel sei hier schon verraten: Lucas war dort. Und ich glaub, es hat ihm auch gut gefallen.

Sonntag: Cubing-Treffen

Highlight des Sonntags war das auch hier auf der Website angekündigte Cubing-Treffen in Mindelheim. So ca. 16 Leute waren wir, und es hat wohl allen Spaß gemacht. Und einige haben auch was Neues gelernt.

Ich hatte einige Cubes mitgebracht zum Ausprobieren, und auch einige zum Verkaufen oder Verschenken. Letztere langen hinten auf den beiden hellen Matten. In der vorderen Reihe gab es zunächst ein System: Auf Gelb lagen offizielle WCA-Wettbewerbspuzzles. Auf Orange zusätzliche Cubes der Weekly Competition. Und auf dem roten Stoffbeutel links einige interessante zusätzliche Puzzles.

Auch Hans-Jürgen (◽@hjreggel), Meister des Schneidplotters und Schöpfer meines 🔸neu gestickerten Gan Mirror M, hatte einige interessante Exemplare seiner Sammlung mitgebracht. Darunter so fiese Sachen wie ein 3×3, bei dem jede Seite die gleichen Streifen, aber in unterschiedlichen Winkeln trägt. Oder der Cube vorne rechts, der nur als gelöst gilt, wenn U auch oben und F auch vorne liegt. Es sind nur so viele Buchstaben mit der Notation der einzelnen Seiten aufgeklebt, wie zur eindeutigen Bestimmung der Steine nötig ist.

Jedenfalls war es eine bunte Mischung von Teilnehmern: Ob man 8 Minuten oder 8 Sekunden zum Lösen des 3×3 braucht, es gibt immer viel zu lernen und zu staunen – gerade, wenn man die Gelegenheit bekommt, mal über den Tellerrand hinauszuschauen. Denn das Hobby Zauberwürfel ist ja breit gefächert: Ob Speedcubing, große Sammlungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, Cube-Modding und Designing, etc.

Nach dem Treffen im Jugendzentrum JiM ist der „harte Kern“ noch mit zu Florian gekommen. Dort haben wir das Spiel Smart Connect-Four von GiiKER, das man z.B. ◽bei Cubikon bekommt, ausgiebig getestet. Ein elektronisch unterstütztes 4-Gewinnt in 3D. Interessant. Und die 9jährige Lea hat unseren Top-Speedcuber Fabi gnadenlos abgezockt. 🙂

Natürlich gab es noch ein Erinnerungsfoto vor Florians großem Cube-Regal. Die weltgrößte Zauberwürfel-Sammlung war dann übrigens abends im Fernsehen auf Kabel 1 in der Sendung Deutschlans größte Geheimnisse. Kann man noch ◽hier nachschauen (Startnummer 9); dort seht Ihr noch etwas mehr von der Sammlung, sowie von Flo und seiner Familie.

Montag: Rückreise

Nach einem letzten Blick auf die Mindelheimer Altstadt (samt tollem Fototrick 😉 siehe rechts) bin ich dann zum Bahnhof, um mit dem RE nach Memmingen zu fahren.

Trotz fehlendem Wagen und damit ungültiger Reservierung bekam ich im IC von Memmingen bis Bonn einen Sitzplatz mit Tisch. Mir gegenüber saß ein etwa 13jähriger Junge, der neugierig schaute, als ich zu cuben begann. Er hatte seinen Rubik’s auch dabei, aber schon länger nicht mehr gedreht. Als ich ihm zeigte, dass gerade die obere Ebene wesentlich leichter zu lernen ist als mit der berüchtigten und üblen Anfängerverwirrungsmethode, gab es dann einen weiteren Privat-Workshop für die obere Ebene. Später habe ich Marvin noch meinen nicht-magnetischen MoYu-2×2 geschenkt und ihm gezeigt, wie der sich auch mit der 3×3-Anfängermethode lösen lässt.

Und damit geht der Reisebericht von meiner sehr erfolgreichen „Missionsreise“ nun zu Ende. Anna und Lea können nun den kompletten Würfel lösen. Lucas und Marvin haben hoffentlich auch einen kleinen Push bekommen und wissen nun, dass es noch andere Zauberwürfelbegeisterte gibt. Und zwei halbe Schulklassen drehen nun auch wie wild an ihren Cubes. Darüber hinaus war es ein fröhliches Treffen mit neuen und alten Bekannten und Freunden. Hoffentlich bekomme ich nächstes Jahr wieder Urlaub für eine internationale Speedcubing-Meisterschaft, die ich dann gegen einen weiteren Besuch im Allgäu eintausche. 🤭

Ein Gedanke zu “Meine Missionsreise 2022 ins Allgäu

  1. Pingback: DaYanZauberPlastik – cubingfreunde.wordpress.com

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