FTO-Anfängerlösung (Face Turning Octahedron)

Nachdem ich FTO und CTO ja bereits vor etwa einem Jahr vorgestellt habe, wird es nun Zeit, wenigstens den Ansatz einer Lösung hier zu zeigen.

Die FTO-Notation hatte ich ja bereits in diesem Artikel beschrieben; hier noch einmal die Abbildung:

Diese Abkürzungen braucht man zum Scramblen, beispielsweise in der Weekly Competition. Für die Anfängerlösung des FTO brauchen wir aber nur 2 Algorithmen, die ich im schon erwähnten Video von SuperAntoniovivaldi gelernt habe, und die ich weiter unten auch genau beschreibe.

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Doch bevor wir dazu kommen, zunächst eine Übersicht über die einzelnen Schritte der Lösung:

  1. Die ersten 3 Ecken einer Ebene werden zueinander passend ausgerichtet (intuitiv).
  2. Dann werden auch die 3 Ecken der gegenüberliegenden Seite gelöst (Sledgehammer) und passend zur unteren Ebene ausgerichtet. Alle 6 Ecken des FTO stehen nun richtig zueinander.
  3. Nun geht es darum, möglichst effektiv die Kantensteine zu lösen – überwiegend mit Setup Moves und dem Kanten-Cycle-Algorithmus.
  4. Als letzter Schritt kommt das Lösen der Center mit dem Center-Cycle-Algorithmus.

Die ersten drei Ecken

Gewöhnlich beginne ich mit den weißen bzw. schwarzen Stickern. Der FTO aus schwarzem Plastik hat weiße Sticker (auf den Fotos oben); der FTO aus weißem Plastik hat schwarze Sticker (Bild rechts). Wenn ich aber sehe, dass eine bestimmte Farbe schon zwei passend ausgerichtete Ecken hat, dann beginne ich dort.

Das Ausrichten der 3 Ecken (hier Schwarz) ist eigentlich intuitiv und selbsterklärend. Man muss natürlich darauf achten, dass nicht nur die schwarzen Sticker alle auf der gleichen Seite landen, sondern dass auch die seitlichen Sticker der Ecken zueinander passen. Links die beiden grünen und rechts die beiden blauen Sticker auf dem Beispiel-Foto.

Wer schon etwas fortgeschrittener ist, kann hier auch schon versuchen, die gesamte schwarze (bzw. weiße) Fläche zu machen, indem er zunächst das große und das kleine Trapez bildet, wie in der Bencisco-Methode beschrieben.
Das große Trapez besteht aus Kante, Center, Kante. Man sieht es hier unten auf der Vorderseite. Beim Erstellen muss man darauf achten, dass die beiden Kanten in der richtigen Reihenfolge stehen, also dass z.B. die schwarz-blaue Kante rechts von der schwarz-lila Kante steht.
Das kleine Trapez (im Foto auf der Oberseite) ist einfacher, denn es besteht aus den übrigen schwarzen Innenfeldern: Center, Kante, Center. Da gibt es keine Reihenfolge zu beachten.
Wenn beide Trapeze fertig sind, schiebt man sie zu einem Sechseck zusammen (dem Center-Block) und bastelt dann die 3 Ecken daran. Fertig ist die komplette schwarze (bzw. weiße) Seite.

Am Ende dieses ersten Schrittes haben wir also zumindest 3 Ecken gelöst. Oder sogar schon die erste Seite, wenn wir diesen ersten Schritt schon von der Bencisco-Methode nehmen.

Die restlichen 3 Ecken

Die gelösten Ecken (bzw. die gelöste Seite) halten wir nun nach unten. Wenn nun alle 3 Ecken der Oberseite Gelb nach oben zeigen, kann man diesen Schritt überspringen. Denn dann sind sie auch immer richtig zueinander ausgerichtet.

Meist wird man aber so etwas sehen wie auf dem Foto: Nur eine Ecke zeigt Gelb nach oben. In diesem Fall hält man diese wie abgebildet nach hinten links, und dann macht man den berühmten SledgeHammer, den die meisten wohl schon vom Zauberwürfel oder Skewb kennen:

R‘ L R L‘

Also „runter, runter, rauf, rauf“ oder wie immer man sich das merken will. Danach sind die gelben Ecken gelöst.

Zum Schluss einfach noch U oder U‘ machen, um sie auch passend zu den unteren Ecken zu stellen. Alle Ecken des FTO stehen nun passend zueinander.

Die Kanten

Nun müssen die Kanten gelöst werden. Wenn ich nicht ohnehin schon bei Schritt 1 die ganze Unterseite fertig gestellt habe, beginne ich nun meist mit den Kanten dort (also Weiß bzw. Schwarz).

Zunächst bietet es sich an, kurz zu schauen, ob man nicht vielleicht durch simples Drehen einer der mittleren Ebenen schon mehrere Kanten lösen kann. Wenn ich zum Beispiel zwei blaue Kanten auf der grünen Seite sehe, kann ich diese eventuell mit einer simplen Drehung der E-Ebene (der horizontalen Mittelebene) lösen.

Sobald ich aber eine gute Ausgangsposition habe, geht der Rest nur mit Setup Moves und dem Algorithmus, den ich hier „Kanten-Cylcle“ nenne. Manche nennen ihn auch einfach U-Perm, denn er tauscht ja 3 Kanten entweder im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn.

Der Kanten-Cycle (U-Perm)

Der folgende Algorithmus tauscht die drei Kanten im Uhrzeigersinn. 1 kommt nach 2, 2 nach 3 und 3 nach 1.

(F U F‘ U) (F U F‘ U)

Zur Erinnerung: F ist die Vorderseite, hier im Foto also die blaue Seite. Es wird also nur die vordere Ecke immer weg und wieder hin gedreht, während dazwischen die Oberseite immer eine Position im Uhrzeigersinn weitergedreht wird.

Möchte man einen Kanten-Cycle gegen den Uhrzeigersinn, also von 1 nach 3, 3 nach 2 und 2 nach 1, dann kann man diesen Algorithmus natürlich zweimal ausführen. Einfacher geht es aber, wenn man einfach die Drehrichtung der Oberseite ändert:

(F U‘ F‘ U‘) (F U‘ F‘ U‘)

Es ist also ganz simpel: Die Drehrichtung der Oberseite bestimmt, ob die Kanten im Uhrzeigersinn tauschen oder gegen den Uhrzeigersinn. Außerdem besteht der Algorithmus aus zwei gleichen Hälften. Und er funktioniert sogar, wenn man mit F‘ statt F beginnt. Hauptsache, mit F bewegt man die vordere gelbe Ecke immer hin und her, während man dazwischen die Oberseite immer in die gewünschte Richtung des Kantentauschs rotieren lässt.

Den Kanten-Cylce bzw. U-Perm muss man ziemlich oft anwenden, bis alle Kanten am richtigen Platz stehen. Dabei helfen Setup Moves, mit denen man die drei zu tauschenden Kanten zunächst auf die Oberseite stellt. Und das funktioniert so:

Wenn ich zum Beispiel die drei rot eingefärbten Kanten tauschen möchte, dann mache ich zunächst als „Setup Move“ eine Drehung R, damit alle 3 Kanten auf der Oberseite stehen. Dann den Kanten-Cycle. Und danach nehme ich den Setup Move mit R‘ wieder zurück, damit alle anderen Steine wieder an ihrem Platz sind:

R + Kanten-Cycle + R‘

Will ich hingegen den blau hervorgehobenen Kantenstein mit den beiden roten Kanten der Oberseite tauschen, so ist der Setup Move etwas komplizierter, denn ich muss zunächst F‘ R machen, dann den Cycle, und dann nehme ich den Setup Move wieder zurück, indem ich ihn rückwärts ausführe: R‘ F.

F‘ R + Kanten-Cycle + R‘ F

Eigentlich eine simple Technik, aber leider nicht immer sehr übersichtlich, sobald man Setup Moves mit 2 oder 3 Drehungen braucht. Da muss man sehr aufpassen, dass man sie in der richtigen Reihenfolge zurücknimmt. Ich merke mir daher gewöhnlich die Farben der Seiten, die ich drehe, also zum Beispiel „Blau und Schwarz-Grau“. Dann mache ich den Cycle, und danach drehe ich zunächst die schwarz-graue Seite zurück, dann die blaue.

Es empfiehlt sich, zunächst mit der Unterseite (schwarz bzw. weiß) anzufangen und dann möglichst die angrenzenden Seiten zu machen. Gelb zum Schluss. Wenn man nämlich nach der Unterseite die gegenüberliegende Oberseite löst, hat man danach nur noch Kanten auf der mittleren Ebene, so dass man diese nur schwer auf eine einzelne Seite stellen kann.

Die Center (Dreiecke)

Wenn alle Ecken und Kanten gelöst sind, bleiben nur noch die Center übrig, also die einfarbigen Dreiecke. Auch für diese gibt es einen Cycle, den wir zusammen mit Setup Moves nutzen können.

Der Center-Cyle

Mit dem folgenden Algorithmus tauschen wir die drei markierten Center in der oberen Ebene in folgender Reihenfolge:

  • Der vordere Center auf der rechten Seite (1) wandert nach hinten links (2)
  • Der Center hinten links (2) wandert nach hinten rechts (3)
  • Der Center hinten rechts (3) wandert nach vorne rechts (1)

Den Algorithmus finde ich etwas schwer nachzuvollziehen. Trotz der Vorführung im Video von SuperAntoniovivaldi hat er mir Probleme gemacht. Ich versuche es daher, hier ausführlich zu schildern, denn wenn man ihn einmal kann, ist es eigentlich ganz einfach:

Zunächst wird ein „Slice Move“ gemacht, also Drehung einer Mittelebene. Und zwar quer über die Oberseite. Wer einen gelösten FTO zur Hand hat, kann es anhand des Fotos nachvollziehen. Center 2 wird beim Slicen an Platz 3 gedreht. In der üblichen Lage mit Spitze nach vorne, die bei der Notation verwendet wird, wäre dies:

Slice nach rechts + BR‘ F BR + Slice zurück + BR‘ F‘ BR
Slice + runter, runter, rauf + Slice zurück + runter, rauf, rauf

Um diesen Zug auszuführen, hält man den FTO wohl eher 30° im Uhrzeigersinn gedreht, so dass die Kante nach vorne zeigt:

Slice runter + runter, runter, rauf + Slice zurück + runter, rauf, rauf

Ich weiß nicht so recht, ob diese hässlichen Pfeile und diese „Wortfärbereien in Wasserhahnoptik“ 😉 es besser oder schlimmer machen. Ich will halt möglichst die Begriffe rechts und links vermeiden, denn eigentlich sind es ja die Ebenen BR und F, die da abwechselnd rauf bzw. runter gedreht werden. Ach, schaut einfach das Video von Vivaldi und ignoriert diesen Teil. 🙂

Auf den beiden hässlichen Pfeilbildern sieht man übrigens auch schon, dass der Cycle manchmal aussieht wie ein 2er-Tausch. Das kommt dann vor, wenn 2 beteiligte Center des 3er-Cycles die gleiche Farbe haben. Nach einigen Solves werdet Ihr das im Blick haben.

Zum Tauschen der Center werden natürlich auch wieder Setup Moves eingesetzt, die die gewünschten Center an die Plätze 1, 2 und 3 bringen. Auch hier gilt: Merkt Euch den Setup Move gut, damit Ihr ihn nach dem Center-Cycle wieder in genau umgekehrter Reihenfolge zurücknehmen könnt. Ich merke mir hier auch (wie bei den Kanten) eher statt der Buchstaben die Farben der beteiligten Seiten, weil man bei dem ganzen Drehen und Slicen ganz gerne die Haltung des FTO verändert und dann nicht mehr sicher weiß, wo gerade BR oder L oder F sind.

Nach vielen vielen Kanten-Cycles, gefolgt von vielen vielen Center-Cycles sollte der FTO nun hoffentlich gelöst sein. Wenn nicht, kann ich auch nix dafür, dann lernt halt Bencisco. 😉

Für Anregungen, Ergänzungen, Fragen oder sonstige Anmerkungen nutzt bitte den Kommentarbereich unter diesem Artikel. Und nun viel Spaß mit dem FTO. Vielleicht „sieht“ man sich ja mal dort in der Weekly Competition.

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